Festkörper Batterien ab 2025 in Toyota Hybrid

  • 21. Februar 2022
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Toyota will Festkörper-Batterien zuerst in Hybridautos einsetzen

Toyota gilt unter den etablierten Autoherstellern bei neuartigen Batteriezellen mit festem statt flüssigem Elektrolyt als führend. Festkörper-Akkus sollen sicherer und insgesamt leistungsfähiger als aktuelle Energiespeicher sein, sind aber noch nicht reif für die Massenproduktion. Toyota peilt den ersten Einsatz in Kundenfahrzeugen für Mitte des Jahrzehnts an, laut einem Bericht allerdings noch nicht in Elektroautos.

Der weltgrößte Autohersteller hat derzeit vor, Festkörper-Akkus zuerst in einem neuen Hybridfahrzeug zu verwenden. Das sagte ein leitender Angestellter kürzlich in einem Interview mit der US-Autosendung Autoline. Die neuen Batterien, die bis 2025 auf den Markt kommen sollen, würden zuerst in Hybriden eingesetzt, da dies ein kleineres Akkupaket mit weniger Kosten ermögliche, so Toyota-Chefwissenschaftler Gill Pratt.

Hybride stellten auch einen „härteren Test“ für die Festkörper-Technologie dar, da die Batterie in diesem Anwendungsfall häufiger aufgeladen und intensiver genutzt werde, sagte Pratt. Sobald Toyota mehr Erfahrung mit Festkörper-Batteriezellen gesammelt habe und die Kosten gesunken seien, werde das Unternehmen den Einsatz auf vollelektrische Fahrzeuge ausweiten.

Die Autobranche erwartet von Festkörper-Batterien neben mehr Sicherheit insbesondere eine höhere Energiedichte. Toyota hofft laut Pratt zudem, dass sie die Ladezeiten von Elektroautos verkürzen werden. Dies sei aber noch nicht bestätigt, da sich die Entwicklungsarbeit derzeit auf die Einführung von kleinen Festkörper-Batterien für Hybridfahrzeuge konzentriere. Für eine schnellere Aufladung sei auch eine Aufrüstung des Stromnetzes und der Ladestationen erforderlich.

Pratt sagte nicht, welches Modell Toyota zuerst mit Festkörper-Batterien ausstatten will. Green Car Reports spekuliert, dass die Marke den Prius neu auflegen könnte. Der Mittelklassewagen war beim Start im Jahr 1997 das erste Hybridauto für den Massenmarkt und verkaufte sich seitdem millionenfach. Das Interesse an der Baureihe ist allerdings stark zurückgegangen, da mittlerweile mehr reine Stromer nachgefragt werden. Daran änderte auch die später eingeführte Plug-in-Hybrid-Variante des Prius mit 59 Kilometer Elektro-Reichweite nichts. Mit Festkörper-Akkus könnte der Prius in einigen Jahren erneut eine technologische Führungsrolle einnehmen.

Bei Toyota ist man überzeugt, dass Hybride bis auf Weiteres besser als Elektroautos für die Elektrifizierung des Massenmarkts geeignet sind. Der Konzern versucht zudem, mit Wasserstoff betriebenen Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen. Angesichts des boomenden Markes für Voll-Stromer rückt Toyota nun aber auch diese alternative Antriebsart in den Fokus. Ende letzten Jahres gab das Unternehmen eine E-Auto-Offensive mit 30 Modellen bis 2030 bekannt.

Quelle:
Ecomento.de