Der Toyota MR20
(Abkürzung für Midship Runabout Two-seater oder Midengined Rearwheel-Drive Two-seater) ist ein kleiner zweisitziger Sportwagen mit Mittelmotor der Automobilmarke Toyota, der erstmals 1983 auf der Tokyo Motor Show präsentiert wurde. Die Fertigung fand in einem Werk des zur Toyota-Gruppe gehörenden Unternehmens Central Motor statt.
Das Fahrzeug lief in drei Modellgenerationen zwischen November 1984 und Juli 2007 vom Band.

In Frankreich wäre die Aussprache des Namens MR2  dem Wort „merde“ sowie dem Wort „merdeux“ (frz. „Rotzlöffel“) sehr ähnlich. Darum wird er dort auch nur MR genannt. In den USA wird die dritte Modellreihe MR-S genannt, wobei das „S“ für Spyder steht. Vom MR2 gab es in 23 Jahren drei Generationen, die nur den Mittelmotor und den Hinterradantrieb gemeinsam haben. Die ersten zwei Generationen verfügten über Klappscheinwerfer.

In Europa wurde der MR2 jedoch bereits im August 2005 aus dem Programm genommen.

1. Generation MR2
(AW11, 1984–1989)

  • Toyota MR2 AW11
  • Produktionszeitraum: 1984–1989
  • Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
  • Motoren: Ottomotoren, 1,5–1,6 Liter (61–106 kW)
  • Länge: 3950 mmBreite: 1665 mm
  • Höhe: 1255 mm
  • Radstand: 2320 mm
  • Leergewicht: 960–1060 kg

Bereits 1976 begann Toyota die Konzeptplanung für einen Zweisitzer mit Mittelmotor und der Bezeichnung MR2. Stark inspiriert wurde dieses Fahrzeugkonzept von Europäischen Mittelmotorfahrzeugen von Lotus oder speziell dem im Herbst 1972 erschienenen Fiat X1/9, allerdings mit der Zielsetzung, ein neues, technisch überlegenes Fahrzeug zu konstruieren. Der MR2 sollte Design und Fahreigenschaften eines Sportwagens mit der Zuverlässigkeit eines Alltagsfahrzeuges kombinieren. Hierzu bediente man sich einerseits technisch bewährter Elemente aus dem Toyota Corolla und kombinierte diese mit einer günstigen Gewichtsverteilung und einem Sportfahrwerk mit Mac Pherson – Federbeinen vorne und hinten.

Den MR2 gab es von November 1984 bis September 1989 mit Targadach und als Coupé, wobei das Coupé in Europa ab März 1985 mit einem herausnehmbaren Glasdach ausgeliefert wurde. Der MR2 W1 ist unter dem Toyota-Werkskürzel AW11 bekannt.

  • 1,5-l Vergaser (3A-L) mit 61 kW (83 PS; AW10, nicht in Europa)
  • 1,6-l (4A-GELC) mit 85 kW (116 PS) (09/1987–09/1989; mit KAT)
  • 1,6-l (4A-GEL) mit 91 kW (124 PS) (11/1984–03/1988; ohne KAT)
  • 1,6-l Kompressor (4A-GZE) mit 106 kW (145 PS) (08/1987–09/1989;
  • nicht in Europa)

2. Generation MR2
(W2, 1989–1999)

  • Toyota MR2 (1989–1993)
  • Produktionszeitraum: 1989–1999
  • Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
  • Motoren: Ottomotoren, 2,0 Liter (94–180 kW)
  • Länge: 4170 mm
  • Breite: 1695 mm
  • Höhe: 1235 mm
  • Radstand: 2400 mm
  • Leergewicht: 1240–1460 kg

Den zweiten MR2 gab es mit Targadach und als Coupé. Offiziell wurde in Deutschland ab April 1990 nur die folgende Version verkauft: Toyota MR2 (SW20) Targa mit dem Zweiliter-Motor (3S-GE) und 115 kW (156 PS) oder 129 kW (175 PS) bzw. 125 kW (170 PS) infolge verschärfter Abgasnormen. Alle anderen Varianten sind importierte Fahrzeuge, meist aus den USA und Kanada wurden Versionen mit 150 kW (204 PS) bzw. 98 kW (133 PS) eingeführt. Die 204 PS-Version besitzt einen Zweiliter-Turbomotor (3S-GTE Gen. II) mit 16 Ventilen und Ladeluftkühler, die Version mit 133 PS hat einen Saugmotor (Typ 5S-FE) mit einem Hubraum von 2,2 Litern.

Auf dem japanischen Markt wurden weitere Motorisierungen angeboten: von Herbst 1989 bis Anfang 1992 ein 2,0 Liter Turbomotor (3S-GTE Gen. II) mit 165 kW (225 PS), danach mit 177 kW (240 PS) (3S-GTE Gen. III) bzw. 180 kW (245 PS) (3S-GTE Gen. III). In den letzten Modelljahren wurde auch ein 2,0 Liter VVT-i Saugmotor (3S-GE Red-Top Gen. IV) mit variabler Ventilsteuerung im MR2 verwendet, dieser leistete 147 kW (200 PS). Dieser Motor wurde im MR2 in Europa nie offiziell angeboten.

Zudem gab es für den englischen Markt eine Version (Modellcode SW23) mit Zweiliter-Saugmotor (3S-FE) mit 94 kW (128 PS) welche auf dem dortigen Markt das Einstiegsmodell nebst den für den deutschen Markt erhältlichen Modellen darstellte. Diese Ausführung gab es nur als Coupé und ohne Heckspoiler, Nebelscheinwerfer und hinteres Staufach im Innenraum.

3. Generation MR2
(W3, 1999–2007)

  • Toyota MR2 (1999–2003)
  • Produktionszeitraum: 1999–2007
  • Karosserieversionen: Roadster
  • Motoren: Ottomotor 1,8 Liter (103 kW)
  • Länge: 3895 mm
  • Breite: 1695 mm
  • Höhe: 1240 mm
  • Radstand: 2450 mm
  • Leergewicht: 1050 kg

Nach der Tokyo Motor Show des Jahres 1995 war die Zukunft des MR2 ungewiss. Es kursierten Spekulationen, dass die Tradition eines Toyota-Sportwagens nicht fortgeführt werden sollte.
Obwohl noch keine offizielle Entscheidung gefallen war, setzte sich das Entwicklungsteam um Chefingenieur Tadashi Nakagawa daran, einen neuen, leichten Sportwagen, den MR2-Roadster, zu entwickeln. Wieder der Grundgedanke des ersten MR2, nur diesmal kam er Ende 1999 als offener Roadster auf den Markt.
Der Vierzylinder-Motor hatte einen Hubraum von 1,8 Liter (1794 cm³) und eine Leistung von 103 kW (140 PS), mit der er in 7,9 s von 0–100 km/h sprintete. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 210 km/h.

Im Frühjahr 2003 erhielt er ein Facelift, das Scheinwerfer mit Klarglasoptik sowie geänderte Heckleuchten brachte. Motor und Leistung wurden beibehalten.
Der letzte MR2 wurde von Ende 1999 bis Juli 2007 gebaut[4]. Es gab ihn nur als Roadster, der jedoch mit einem Hardtop nachgerüstet werden konnte.
In Deutschland wurde er im August 2005 aus der Palette genommen.

Im letzten (europäischen) Modelljahr 2005 brachte Toyota ein auf 100 Stück limitiertes Sondermodell mit der Bezeichnung Edition S auf den deutschen Markt. Besondere Extras waren die Mica – Lackierung, 17-Zoll-Räder, Sportfahrwerk, ein Sportendschalldämpfer, Lederausstattung und eine Nummernplakette auf der Mittelkonsole. Sämtliche Zubehörteile kamen aus dem Hause TTE.